Das ISG als Symptomquelle bei der Diagnose

Bei Erkrankungen des Iliosakralgelenks (ISG) ist eine angemessene Interpretation der Anamnese des Patienten, der klinischen Untersuchungsergebnisse sowie der Ergebnisse bildgebender Untersuchungen erforderlich. Pathologien des ISG gehen häufig mit Erkrankungen der Hüfte und der Lendenwirbelsäule einher. Während einer ärztlichen Untersuchung treten bei Patienten mit Erkrankungen des ISG einige/alle der folgenden Symptome auf:

  • Schmerzen im unteren Rückenbereich (unterhalb von LWK5)
  • Schmerzen, Taubheit, Kribbeln oder Schwäche in den unteren Extremitäten 
  • Schmerzen im Becken/Gesäß 
  • Schmerzen in der Hüften-/Leistengegend 
  • Gefühl von Instabilität im Bein (Bein knickt ein, gibt nach)
  • Gestörtes Schlafverhalten
  • Gestörtes Sitzverhalten (Sitzen über einen längeren Zeitraum nicht möglich, Sitzen auf einer Seite)
  • Nachlassender Schmerz beim Übergang vom Sitzen zum Stehen

Video – Grundlagen der Untersuchung des ISG

Untersuchung des ISG

  • Differenzialdiagnose, um andere Schmerzquellen auszuschließen
    • Negativer Test der Lendenwirbelsäule
    • Negativer Test der Hüfte
  • Den Patienten im Stehen auf die Schmerzstelle zeigen lassen (Fortin-Test)
  • Empfindlichkeit der ISG-Furche
  • Ein-Bein-Stand führt möglicherweise zu Schmerzen auf der betroffenen Seite 
  • Positives aktives Lasègue-Zeichen 
  • Schmerzen beim Klopfen unterhalb des hinteren oberen Darmbeinstachels (SIPS)    
  • Provokationstests1
    • 3 von 5 positiv (Distraktionstest, Thigh-Thrust-Test, FABER-Test, Kompressionstest, Gaenslen-Zeichen)
  • Diagnostische ISG-Injektion

 

  1. Szadek, Karolina M, et al. „Diagnostic Validity of Criteria for Sacroiliac Joint Pain: a Systematic Review.“ (Diagnostische Validität der Kriterien der Iliosakralgelenksschmerzen: eine systematische Auswertung). The Journal of Pain: Official Journal of the American Pain Society 10, Nr. 4 (April 2009): 354-368.

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