Anwendung eines minimalinvasiven Ansatzes für die Fusion des Iliosakralgelenks von Chirurgen mit ISASS- und SMISS-Mitgliedschaft

Lorio MP, et al. The Open Orthopaedics Journal. 2014;8:1-6.

Kurzfassung

Einführung: Das Iliosakralgelenk (ISG) wird bei 15–22 % der Patienten als mögliche Ursache für chronische Schmerzen im unteren Rückenbereich betrachtet. Im Laufe der letzten vier Jahre entwickelte sich die minimalinvasive Fusion des IS-Gelenks zu einem immer weiter verbreiteten Behandlungsstandard. Die International Society for the Advancement of Spine Surgery (ISASS) und die Society for Minimally Invasive Spine Surgery (SMISS) führten unter ihren Mitgliedern eine Befragung zur Untersuchung der derzeitig bevorzugten chirurgischen Techniken bei einer minimalinvasiven Fusion des IS-Gelenks durch.

Methoden: Um an dieser Befragung teilnehmen zu dürfen, mussten die Chirurgen im Zeitraum von 2009 bis 2012 mindestens einen offenen oder einen minimalinvasiven Eingriff zur Fusion des IS-Gelenks durchgeführt haben. Alle Chirurgen wurden dazu angehalten, die Informationen aus ihren Aufzeichnungen zu überprüfen. Hierzu zählten Informationen zur Anzahl der im Zeitraum von 2009 bis 2012 jährlich durchgeführten chirurgischen Eingriffe, zur Gesundheitseinrichtung, an der die Eingriffe durchgeführt wurden, sowie zur durchschnittlichen Krankenhausaufenthaltsdauer nach den Eingriffen.

Ergebnisse: Von allen qualifizierten Mitgliedern nahmen 24 % (121/500) an der Befragung teil. Die Studie ergab, dass der prozentuale Anteil von minimalinvasiven Fusionen von 39 % im Jahr 2009 auf über 87 % im Jahr 2012 gestiegen ist. Außerdem zeigte die Studie, dass im Jahr 2012 die durchschnittliche Anzahl von minimalinvasiven Eingriffen signifikant gestiegen ist und ein deutlicher Unterschied bei der Häufigkeit von offenen und minimalinvasiven Eingriffen zu verzeichnen war (p < 0,0001). Des Weiteren gaben 80 % der Befragten an, dass sie einen offenen Eingriff auch dann nicht bevorzugen würden, wenn dieser die einzige verfügbare Möglichkeit darstelle.

Schlussfolgerung: Die durchgeführte Studie ergab, dass eine minimalinvasive Fusion des IS-Gelenks gegenüber einem offenen Eingriff bevorzugt wird. Mit einer Erweiterung der Fertigkeiten von Wirbelsäulenchirurgen im Bereich der minimalinvasiven Fusionstechnik könnten möglicherweise eine Vielzahl von operativen Möglichkeiten geschaffen sowie eine Verbesserung der Ergebnisqualität erzielt werden.

Autoren
Morgan P. Lorio, Neuro-Spine Solutions, P.C., Bristol, TN, USA 
David W. Polly Jr.*, Orthopaedic Surgery, University of Minnesota, Minneapolis, MN, USA * Führt klinische Forschung für SI-BONE Inc. durch.
Ivana Ninkovic, 
Orthopaedic Surgery, University of Minnesota, Minneapolis, MN, USA
Charles G.T. Ledonio*, Orthopaedic Surgery, University of Minnesota, Minneapolis, MN, USA * Führt klinische Forschung für SI-BONE, Inc., durch.
Kelli Hallas, 
Emerson Consultants Inc., Minneapolis, MN, USA
Gunnar Andersson, Orthopaedic Surgery, Rush University Medical Center, Chicago, IL, USA

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