Behandlung von Iliosakralgelenkstörungen und degenerativer Sakroiliitis mit nicht operativen Versorgungsmaßnahmen erfordert viele medizinische Ressourcen und ist kostenintensiv in einer US-amerikanischen Population von Steuerzahlern.

Ackerman SJ, et al. ClinicoEconomics and Outcomes Research. 2014;6:63-74.

Kurzfassung

Einführung: Schmerzen im unteren Rückenbereich treten häufig auf und sind in 15–30 % der Fälle auf das Iliosakralgelenk (IS-Gelenk) zurückzuführen. Zu den konventionellen Therapiemethoden einer IS-Gelenksprengung/degenerativen Sakroiliitis zählen die nicht operative Behandlung und der offene Fusionseingriff. Zur Beurteilung des Nutzens neu entdeckter minimalinvasiver Techniken ist es wichtig, die Kosten für konventionelle Behandlungen zu kennen. Wir haben eine Untersuchung der Kosten für eine nicht operative Behandlung einer IS-Gelenksprengung für Privatzahler in den Vereinigten Staaten (USA) durchgeführt.

Methoden: Eine retrospektive Studie bezüglich der Verwendung medizinischer Mittel und den damit verbundenen Kosten auf der Basis von Versicherungsfalldaten aus den MarketScan® Commercial Claims and Encounters und Medicare Supplemental Datenbanken von Truven Healthcare. An der Studie nahmen Patienten mit einem primären ICD-9-CM-Diagnoseschlüssel für eine IS-Gelenksprengung (720.2, 724.6, 739.4, 846.9 oder 847.3) teil, bei denen das Datum der Erstdiagnose zwischen dem 1. Januar 2005 und dem 31. Dezember 2007 (Indexzeitraum) lag. Dabei wurden alle Patienten miteinbezogen, die ≥ 1 Jahr vor und 3 Jahre nach dem Indexzeitraum fortlaufend als Versicherungsnehmer gemeldet waren. Es wurden die Versicherungsansprüche ermittelt, die für Fälle von IS-Gelenksprengungen mit einem primären oder sekundären ICD-9-CM-Diagnoseschlüssel 71x.xx, 72x.xx, 73x.xx oder 84x.xx geltend gemacht wurden; die 3-Jahres-Kosten für medizinische Mittel und die damit verbundenen Erstattungen sowie die Kosten für die ambulante Versorgung mit Schmerzmedikamenten (gemessen in 2011 US-Dollar) wurden für alle Praxisumgebungen tabellarisch aufgeführt. Es wurde eine Subgruppenanalyse unter Patienten durchgeführt, die sich einer Fusion der Lendenwirbelsäule unterzogen haben.

Ergebnisse: Die direkten, zurechenbaren medizinischen Kosten innerhalb von 3 Jahren lagen durchschnittlich bei 16.196 $ (Standardabweichung [SA] von 28.592 $) pro privat versichertem Patient (N = 78.533). Die zurechenbaren 3-Jahres-Kosten für Patienten, die sich einer Fusion der Lendenwirbelsäule unterzogen haben (N = 434), beliefen sich durchschnittlich auf 91.720 $ (SA von 75.502 $) pro Patient. Die Kosten für Patienten, die sich keiner Fusion der Lendenwirbelsäule unterzogen haben (N = 78.099), lagen bei 15.776 $ (SA von 27.542 $) pro Patient. Den höchsten Anteil der Kosten machten der stationäre Krankenhausaufenthalt (19,4 %), die ambulanten Untersuchungen und Eingriffe (14,0 %) sowie die ambulante Versorgung mit Schmerzmedikamenten (9,6 %) aus. Die geschätzten 3-Jahres-Versicherungszahlungen, die IS-Gelenksprengungen zurechenbar sind, beliefen sich auf 1,6 Milliarden $ pro 100.000 privat versicherten Leistungsempfängern.

Schlussfolgerung: Die wirtschaftliche Belastung von privat versicherten Patienten mit IS-Gelenksprengung in den USA ist enorm. Dies macht deutlich, dass kosteneffizientere Behandlungsmethoden erforderlich sind.

Schlagwörter: Kosten, epidurale Injektion, Fusionseingriff an der Lendenwirbelsäule

OffenlegungDiese Forschungsarbeit wurde gemäß den Richtlinien (GPP2) durchgeführt, um einen Interessenskonflikt in pharmakoökonomischen Studien zu verringern.18,19 Ein multidisziplinäres Gremium aus Klinikärzten und Methodologen (die Koautoren) hat ein Grundgerüst für die wirtschaftliche Analyse geschaffen und die Datenanalyse sowie die Interpretation der Ergebnisse abgeschlossen. Diese Studie wurde von SI-BONE, Inc., gesponsert. SI-BONE, Inc., hat nicht an der Datenanalyse, der Interpretation der Ergebnisse oder am Erstellen des Manuskripts teilgenommen. Eine finale Version des Manuskripts wurde SI-BONE, Inc., nur zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt. Dies hat weder den Inhalt noch die Ausführung dieses Manuskripts beeinflusst. SJA und TK sind durch ihre Anstellung bei Covance Berater von SI-BONE, Inc. DWP Jr. hat keine finanzielle Unterstützung durch SI-BONE, inc., erhalten. DWP Jr. erhält Forschungsunterstützung vom Verteidigungsministerium, der Orthopaedic Research and Education Foundation, der Minnesota Medical Foundation und der Chest Wall and Spine Deformity Foundation. TH und JC sind bezahlte Berater von SI-BONE, Inc., auf den Gebieten Weiterbildung und klinische Forschung. Teile dieser Arbeit wurden als Kurzfassung für die 14. Annual Conference of the International Society for the Advancement of Spine Surgery bearbeitet und werden als Poster präsentiert. Die Autoren stehen laut dieser Arbeit in keinem anderen Interessenkonflikt.