Diagnose von Iliosakralgelenkschmerzen: Validität individueller Provokationstests und kombinierter Tests

Laslett M, et al. Manual Therapy. 2005;10:207-218.

Kurzfassung

Vergangene Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine IS-Gelenkpathologie nicht anhand einer körperlichen Untersuchung diagnostiziert werden kann. Frühere Studien haben ergeben, dass Empfindlichkeiten und Spezifitäten verschiedener Provokationstests keine akzeptable untersucherübergreifende Zuverlässigkeit aufweisen. Diese Studie untersuchte die Diagnosekraft von Schmerzprovokationstests im IS-Gelenk, sowohl einzeln als auch in verschiedenen Kombinationen, in Bezug auf ein gültiges Standardkriterium. In einem blinden kriteriumbezogenen Gültigkeitsdesign wurden 48 Patienten, nachdem sie durch eine Injektion in das IS-Gelenk lokal anästhesiert wurden, mittels Schmerzprovokationstests im IS-Gelenk von Physiotherapeuten untersucht. Diese Tests wurden einzeln und in verschiedenen Kombinationen (Zusammensetzungen) auf ihre Diagnosekraft beurteilt. Alle Patienten mit positiver Reaktion auf die diagnostische Injektion berichteten von einem Schmerzerlebnis bei mindestens einem ISG-Test. Die Empfindlichkeit und die Spezifität für mindestens drei von sechs positiven ISG-Tests betrugen 94 bzw. 78 Prozent. Für verschiedene Kombinationen wurden unterhalb der Kurve ROC-Kurven und Bereiche konstruiert. Der größte Bereich unterhalb der Kurve für zwei beliebige der vier besten Tests betrug 0,842. Zusammenfassend bedeutet dies, dass Kombinationen von ISG-Provokationstests wertvoll für die klinische Diagnose symptomatischer ISG sind. Mindestens drei von sechs Tests oder zwei beliebige von vier ausgewählten Tests haben die beste Prognosekraft in Bezug auf die Ergebnisse von intra-artikularen anästhetischen Blockierungsinjektionen. Können alle sechs Provokationstests keinen gewohnten Schmerz herbeiführen, kann das ISG als Quelle tiefer Rückenschmerzen ausgeschlossen werden.