Dysfunktion des Iliosakralgelenks: Evaluierung und Behandlung

Zelle BA, et al. The Clinical Journal of Pain. 2005:21:446–455.

Kurzfassung: Es besteht die Annahme, dass eine ISG-Dysfunktion häufig eine signifikante Quelle für Schmerzen im unteren Rückenbereich und im posterioren Becken ist.

Methoden: Zur Beurteilung des klinischen Erscheinungsbilds, der diagnostischen Tests und der Behandlungsmöglichkeiten bei Vorliegen einer ISG-Dysfunktion wurde eine systematische Literaturanalyse mithilfe der MEDLINE-Datenbank durchgeführt.

Ergebnisse: Aktuell sind in der Fachliteratur keine allgemein anerkannten Leitlinien für die Diagnose und die Behandlung einer ISG-Instabilität zu finden. Die Festlegung von Leitlinien für die Diagnose und Behandlung einer ISG-Instabilität wird durch das breite Spektrum an unterschiedlichen ätiologischen Faktoren, die unterschiedlichen Anamnesen und klinischen Symptome der Patienten, die eingeschränkte Verfügbarkeit von Testmethoden und das unvollständige Wissen über die Biomechanik des IS-Gelenks erschwert.

Schlussfolgerungen: Eine zuverlässige Untersuchungsmethode zur Ermittlung des IS-Gelenks als Schmerzquelle im unteren Rückenbereich könnte eine radiologisch gesteuerte Injektion eines lokalen Anästhetikums in das IS-Gelenk darstellen, wenn diese eine Schmerzlinderung erzielt. Die meisten Patienten sprechen auf eine nicht operative Therapie an. Für Patienten, bei denen eine nicht operative Behandlung keinen Erfolg zeigt, sollte eine operative Stabilisierung des IS-Gelenks in Betracht gezogen werden.