Funktionelle und radiografische Ergebnisse der Iliosakralarthrodese bei Erkrankungen des ISG

Buchowski JM, et al. The Spine Journal. 2005;5:520-528.

Kurzfassung

HINTERGRUNDINFORMATIONEN: Das iliosakrale Gelenk ist als mögliche Ursache für chronische Kreuzschmerzen bekannt, doch die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des iliosakralen Gelenks ist nicht nur schwierig, sondern auch kontrovers.

ZWECK: Beschreibung des Ergebnisses iliosakraler Gelenkarthrodese für iliosakrale Gelenkerkrankungen mit der Hypothese, dass iliosakrale Arthrodese zu einer verbesserten postoperativen Funktion führt.

AUFBAU/ANSATZ DER STUDIE: Konsekutive Fallserien, die in einem akademischen medizinischen Institut durchgeführt werden.

PATIENTENPROBEN: Die Patientenpopulation bestand aus 20 Patienten, die sich zwischen Dezember 1994 und Dezember 2001 einer iliosakralen Gelenkarthrodese unterzogen. Patienten, die zum Zeitpunk der iliosakralen Gelenkarthrodese gleichzeitig behandelt wurden, waren ausgeschlossen. Die drei Männer und 17 Frauen der Studiengruppe hatten ein Durchschnittsalter von 45,1 Jahren (21,8–66,4 Jahre), eine mittlere Symptomdauer von 2,6 Jahren (0,5–8,0 Jahre) und eine mittlere Verlaufskontrolldauer von 5,8 Jahren (2,0–9,0 Jahren).

ERGEBNISMESSUNGEN: Ergebnismessungen umfassten die allgemeine Gesundheit und Funktion, eine klinische Bewertung und eine röntgenologische Beurteilung.

METHODEN: Bei allen 20 Patienten hatte eine nicht-operative Behandlung versagt und für alle wurde die Diagnose durch Schmerzlinderung mit intra-artikularen iliosakralen Gelenkinjektionen unter fluoroskopischer Sichtkontrolle bestätigt. Iliosakrale Gelenkarthrodese (über eine modifizierte Smith-Petersen-Technik) wurde nur dann empfohlen, wenn eine positive Reaktion auf die Injektion festgestellt wurde und die Symptome nach der ersten positiven Reaktion erneut auftraten. Die präoperative und postoperative allgemeine Gesundheit und Funktion wurden über den 36 Einträge langen Gesundheitsfragebogen Short-Form (SF-36) und das Modems Instrument der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) beurteilt, welche prospektiv gesammelt wurden. Krankenakten und schlichte Röntgenaufnahmen wurden retrospektiv überprüft, um das klinische und röntgenologische Ergebnis zu bestimmen.

ERGEBNISSE: Mehrere Ätiologien iliosakraler Symptome wurden beobachtet: Dysfunktion des iliosakralen Gelenks (13 Patienten), Osteoarthritis (fünf Patienten) und Spondylarthropathie und Instabilität des iliosakralen Gelenks (je ein Patient). 17 Patienten (85 Prozent) hatten eine vollständige Fusion. 15 Patienten (75 Prozent) füllten den SF-36-Fragebogen prä- und postoperativ aus. Deutliche Verbesserungen (p.05) konnten in den folgenden Kategorien verzeichnet werden: körperliche Funktionsfähigkeit, körperliche Rollenfunktionen, körperliche Schmerzen,Vitalität, soziale und emotionale Rollenfunktionen sowie neurogene und Schmerzindizes. (Statistisch irrelevante) Verbesserungen wurden auch bei der allgemeinen und mentalen Gesundheit festgehalten.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Für sorgfältig ausgewählte Patienten scheint eine iliosakrale Arthrodese ein sicherer und erfolgreicher Eingriff zu sein, der gut vertragen wird und bei hoher Fusionsrate zu einer deutlichen Verbesserung des funktionalen Ergebnisses führt. Nach Wissen des Autors ist der vorliegende Bericht die umfangreichste Serie, die die funktionalen und röntgenologischen Ergebnisse von iliosakraler Gelenkarthrodese dokumentiert.  

Schlagwörter: Iliosakrale Arthrodese, iliosakrales Gelenk, chirurgische Behandlung, Ergebnis