Iliosakralgelenkschmerzen nach lumbaler und lumbosakraler Fusion

Liliang P-C, et al. Pain Medicine. 2011;12:565-570.

Kurzfassung

Zielsetzung: Die vorliegende Studie wurde durchgeführt, um zu ermitteln, ob Schmerzen des iliosakralen Gelenks (ISG) eine potenzielle Schmerzursache für Patienten darstellen, die sich lumbalen oder lumbosakralen Fusionseingriffen unterzogen haben.

Design. Prospektive Kohortenstudie.

Patienten und Methoden. Zwischen Juni 2007 und Juni 2009 wurden 130 Patienten, die sich lumbalen oder lumbosakralen Fusionen unterzogen haben, auf ISG-Schmerzen hin beurteilt. 52 Patienten, bei denen bei mindestens drei der Provokationstests für ISG-Schmerzen positive Ergebnisse verzeichnet wurden, haben duale Diagnosebögen erhalten.

Ergebnismessungen: Ein positives Ansprechen wurde als charakteristische Schmerzreduktion um 75 % für ein bis vier Stunden im Anschluss an die ISG-Blockierungen definiert. Es wurden zudem prädiktive Faktoren für ein positives Ansprechen auf die ISG-Blockierungen untersucht.

Ergebnisse: Bei 21 der 52 Patienten wurden basierend auf den zwei positiven Reaktionen auf diagnostische Blockierungen Schmerzen im ISG festgestellt. Eine univariate Analyse ergab, dass die prädiktiven Faktoren in Bezug auf die positiven Reaktionen einseitige Schmerzen (P = 0,002), mehr als drei positive Reaktionen auf provozierende Manöver (P = 0,02) und postoperative Schmerzen mit Merkmalen, die von denen präoperativer Schmerzen abweichen, (P = 0,04) waren.

Schlussfolgerungen: ISG-Schmerzen sind eine mögliche Schmerzquelle nach lumbaler und lumbosakraler Fusion. Provozierende ISG-Manöver sind zuverlässige Tests für ISG-Schmerzen. Die Merkmale postoperativer ISG-Schmerzen weichen häufig von denen präoperativer Schmerzen ab.

Schlagwörter: Lumbale Fusion; Lumbosakrale Fusion; Postoperative Rückenschmerzen; Iliosakralgelenksblockierungen; Iliosakralgelenkschmerzen