Ist der Oswestry Disability Index ein gültiges Maß zur Bewertung der Behandlung des Iliosakralgelenks

Qual Life Res. 2015 Jun 6.

Zusammenfassung

Zweck

Krankheitsspezifische Maße der Auswirkung von Schmerzen im ISG auf die Rücken-/Beckenfunktion sind nicht verfügbar. Der Oswestry Disability Index (ODI) ist ein validiertes funktionales Maß für Schmerzen im unteren Rücken. Der Nachweis für seine Ansprechsensitivität bei ISG-Behandlungen muss jedoch noch erbracht werden. Wir wollten die Gültigkeit des ODI zur Erfassung von Aktivitätseinschränkungen, die durch Schmerzen im ISG ausgelöst werden, sowie die Minimum Clinically Important Difference (MCID, klinisch relevante Mindestdifferenz) nach einer ISG-Behandlung bewerten.

Methoden

Patienten (n = 155), die an einer prospektiven, klinischen Studie zur minimalinvasiven Fusion des ISG teilnahmen, unterzogen sich zu Studienbeginn und begleitend Bewertungsverfahren, bei denen ODI, visuelle Analogskala (VAS), Schmerzbeurteilung, Short-Form-36 (SF-36), EuroQoL-5D und Fragen (nur bei der begleitenden Studie) hinsichtlich der Zufriedenheit mit der ISG-Fusion zu beantworten waren und sie angeben sollten, ob sie den Fusionseingriff nochmal durchführen lassen würden. Alle Ergebnisse wurden von Studienbeginn bis zwölf Monate nach dem Eingriff verglichen. Als externe Bezugswerte zur Berechnung der MCID dienten der Punkt Gesundheitlicher Übergang des SF-36 und die Zufriedenheitsskala. Die MCID wurde anhand von vier Berechnungsmethoden für den ODI geschätzt: (1) kleinste nachweisbare Änderung, (2) durchschnittliche ODI-Änderung von Patiententeilmengen, (3) Änderungsdifferenz zwischen Patiententeilmengen und (4) Receiver Operating Characteristic-(ROC)-Kurve.

Ergebnisse

Nach der ISG-Fusion bewerteten die Patienten alle Maße als deutlich besser (p\0,0001): ISG-Schmerzen (48,8 Punkte), ODI (23,8 Punkte), EQ-5D (0,29 Punkte), EQ-5D VAS (11,7 Punkte), PCS (8,9 Punkte) und MCS (9,2 Punkte). Die Verbesserung des ODI wurde sehr deutlich (p\0,0001) mit der Verbesserung der ISG-Schmerzen in Verbindung gebracht (r = 0,48) und mit zwei externen Bezugswerten: SF-36 Punkt Gesundheitlicher Übergang (r = 0,49) und Zufriedenheitsniveau (r = 0,34). Die mithilfe der verschiedenen Methoden für den ODI berechneten MCID-Werte lagen zwischen 3,5 und 19,5 Punkten. Die kleinste nachweisbare Änderung des ODI lag bei 15,5 mit dem Punkt Gesundheitlicher Übergang als Bezugswert und 13,5 mit der Zufriedenheitsskala als Bezugswert.

Schlussfolgerungen

ODI ist ein gültiges Maß für die Änderung der ISG-Gesundheit. Folglich können Forscher und Mediziner auf ODI-Bewertungen zurückgreifen, um Aktivitätseinschränkungen durch ISG-Schmerzen zu messen. Wir schätzten die MCID für den ODI auf 13–15 Punkte. Dies liegt innerhalb des Bereichs, der zuvor bei Schmerzen im Lendenwirbelbereich genannt wurde und gibt an, dass eine Verbesserung hinsichtlich der Aktivitätseinschränkung bei mindestens 15 % über der Zufallsvariation liegen sollte.

Stichwörter

Klinisch relevante Mindestdifferenz, Ergebnisse aus Patientenbefragungen, Fusion des Iliosakralgelenks, Minimalinvasive Chirurgie