Minimalinvasive Iliosakralgelenksarthrodese: Erfahrungen aus einer Reihe prospektiver Studien mit 24 Patienten

Vanaclocha-Vanaclocha V, Verdú-López F, Sánchez-Pardo M, Gozalbes-Esterelles L, Herrera JM, Rivera-Paz M, Martínez-Gómez D. Journal of Spine. 2014;3:5.

Kurzfassung

Hintergrund: Die Ergebnisse konservativer Behandlungsmethoden bei Iliosakralgelenkschmerzen (ISG-Schmerzen) sind unbefriedigend. Hypothese: Ein chirurgischer Eingriff zeigt bessere Ergebnisse. 

Patienten und Methoden: Prospektive Fallstudie: 24 Patienten, die sich einer Fusion des IS-Gelenks unterzogen, nachdem die medizinische Behandlung keinen Erfolg zeigte, und bei denen nach der Infiltration des IS-Gelenks eine vorübergehende Schmerzlinderung beobachtet werden konnte. Zeitraum: November 2009 bis Juli 2013. Geschlecht: 9 Männer/15 Frauen. 11 bilaterale Fälle (alle weiblich). Alter: 32–71 Jahre (Durchschnitt 47,4 Jahre). Größe: 161–178 cm (Durchschnitt 168,2 cm). Gewicht: 56–84 kg (Durchschnitt 68,4 kg). Ätiologie: 12 degenerative/spontane Erkrankungen, 7 nach Fall auf das Gesäß, 3 bei gleichzeitiger Bandscheibenerkrankung in der Lendenwirbelsäule und 2 mit posterolateraler Fusion der Lendenwirbelsäule. Ausschlusskriterien: Ankylosierende Spondylitis, Osteitis condensans ilii, ISG-Arthropathie. Es wurden 1, 3 und 6 Monate nach dem Eingriff und daraufhin in einem Intervall von jeweils sechs Monaten bis zur letzten Nachsorgeuntersuchung demografische Daten, Informationen zur Einnahme von Analgetika und nicht steroidalen Entzündungshemmern (NSAID), Informationen zur Inzidenz und zum Schweregrad von Komplikationen, klinische Ergebnisse anhand der Visuellen Analogskala (VAS) zur Beurteilung von Schmerzen, Oswestry-Disability-Indexwerte (ODI-Werte) sowie zeitliche Daten zur Wiederaufnahme der Arbeit gesammelt. 

Ergebnisse: Nachsorge: 1–4,5 Jahre (Durchschnitt 23,3 Monate). Keine schwerwiegenden intraoperativen oder postoperativen Komplikationen. Keine Bluttransfusionen. Patienten blieben eine Nacht im Krankenhaus und wurden am nächsten Morgen entlassen. Es wurden keine Gehstützen eingesetzt. Wiederaufnahme der Arbeit: nach 47,4 Tagen (zwischen 30–67 Tagen). Postoperativ: deutliche Senkung des VAS-Wertes und deutlicher Rückgang bei der Einnahme von Schmerzmitteln (präoperativ 8,7; 1 Monat postoperativ 3,2; 3 Monate 2,8; 6 Monate 2,1; 12 Monate 1,7; 18 Monate 1,7; 2 Jahre 1,9; 2. Jahr 1,8; 3 Jahre 2,0; 3. Jahr 2,1; 4 Jahre 2,1 und 4. Jahr 2,1). Der durchschnittliche ODI-Wert sank von 54,1 präoperativ auf 23,9 postoperativ 1 Monat, 21,2 postoperativ 3 Monate, 20,4 postoperativ 6 Monate und 14,3 postoperativ 12 Monate und auf 15,1 im 1. Jahr, 15,5 nach 2 Jahren, 15,8 im 2. Jahr, 16,0 nach 3 Jahren, 16,1 im 3. Jahr, 16,3 nach 4 Jahren und 16,3 im 4. Jahr (p < 0,001). 1 Jahr nach dem Eingriff gaben 22 von 24 Patienten an, dass sie den Eingriff noch einmal durchführen lassen würden. 

– Grafische Darstellung der Daten aus dem Artikel –

Schlussfolgerung: Eine perkutane IS-Gelenkarthrodese ist eine wirksame und sichere Behandlungsmöglichkeit von ISG-Schmerzen aufgrund einer degenerativen Sakroiliitis oder einer IS-Gelenksprengung.

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