Sicherheit und Wirksamkeit der minimalinvasiven Fusion des Iliosakralgelenks bei Frauen mit chronischen, postpartalen Schmerzen im Beckengürtel: Ergebnisse einer zwölfmonatigen, prospektiven, multizentrischen Studie

SpringerPlus 2015;4:570.

Zusammenfassung

Knapp 20 % der Frauen leiden unter Postpartum posterior pelvic girdle pain (PPGP) (postpartale Schmerzen im Beckengürtel) und klagen über Rückenschmerzen in der peripartalen Phase. In 75 % der Fälle liegt die Ursache bei Frauen mit chronischen PPGP im Iliosakralgelenk. Die geläufigen nicht-chirurgischen Behandlungsmethoden sind jedoch nicht für alle Frauen zur Schmerzlinderung wirksam. Zweck dieser Studie ist die Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit der minimalinvasiven Fusion des Iliosakralgelenks bei Frauen mit chronischer Dysfunktion des Iliosakralgelenks, die seit der peripartalen Phase über Schmerzen klagen, deren Symptome trotz nicht-chirurgischer Therapieverfahren nicht gelindert werden konnten. Im Rahmen einer prospektiven, multizentrischen Studie zur Fusion des Iliosakralgelenks wurde bei Patienten mit Sprengungen des Iliosakralgelenks und/oder degenerativer Sakroiliitis eine Untergruppenanalyse durchgeführt. Es wurden Patienten mit PPGP identifiziert und mit Frauen ohne PPGP und Männern verglichen. Unter den 172 aufgenommenen Patienten waren 52 männliche, 100 weibliche Teilnehmer ohne PPGP und 20 weibliche Teilnehmer mit PPGP. Die Teilnehmer mit PPGP waren deutlich jünger (43,3 Jahre gegenüber 52,8 Jahren bei Frauen ohne PPGP) und 50,5 Jahren bei Männern, p-Wert = 0,002). Die sonstigen demografischen oder klinischen Ausgangswerte unterschieden sich nicht. Frauen mit PPGP berichteten zwölf Monate nach dem chirurgischen Eingriff über deutlich weniger Schmerzen (-51 mm auf der VAS, Visuelle Analogskala), Funktion (-20,6 Punkte im ODI-Index) und Lebensqualität (SF-36 PCS +10,4, MCS +7,2, EQ-5D +0,31). Diese Verbesserungen konnten in der Gesamtheit aller Studienergebnisse festgestellt werden, wobei es zwischen den Untergruppen keine Unterschiede gab. Das Iliosakralgelenk kann bei Frauen mit chronischen PPGP Schmerzen verursachen und sollte daher als Schmerzgenerator untersucht werden. Frauen, bei denen nach eingehender Untersuchung chronische Schmerzzustände im Iliosakralgelenk durch PPGP diagnostiziert wurden, die nicht durch konservative Behandlungsmethoden behoben werden konnten, berichteten in dieser Studie von einer klinischen Verbesserung der Schmerzen, der Aktivitätseinschränkung und der Lebensqualität nach einer minimalinvasiven Fusion des Iliosakralgelenks mithilfe einer Reihe von mit Porous-Plasma-Spray (PPS) beschichteten Dreiecksimplantaten.

Stichwörter: Fusion des Iliosakralgelenks, postpartale Schmerzen im Beckengürtel, Dysfunktion des Iliosakralgelenks, Sprengung des Iliosakralgelenks, degenerative Sakroiliitis

Über die Autoren:

Robyn Capobianco*, Daniel Cher* und für die SIFI-Studiengruppe

*Aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter von SI-BONE, Inc., 3055 Olin Ave Suite 2200, San Jose, CA 95128, USA

Finanzielle Unterstützung:

SI-BONE finanzierte die prospektive, klinische Studie, mit der Daten der dort beschriebenen Patienten mit Iliosakralgelenksschmerzen bereitgestellt wurden. Robyn Capobianco und Daniel Cher sind Mitarbeiter von SI-BONE, Inc.