Vergleich der Kosten von nicht operativer Versorgung und minimalinvasiver Operation bei Iliosakralgelenkstörungen und degenerativer Sakroiliitis in einer US-amerikanischen Population von Steuerzahlern: Potenzielle wirtschaftliche Auswirkungen einer neuen

Ackerman SJ, et al. ClinicoEconomics and Outcomes Research. 2014;6:283-96.

Kurzfassung:

Einführung: Kreuzschmerzen sind weit verbreitet und durch einen beträchtlichen Produktivitätsrückgang und Einkommensausfälle in der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter kostenintensiv. Chronische Kreuzschmerzen, die vom Iliosakralgelenk (IS-Gelenk) herrühren (15–30 % der Fälle) werden üblicherweise mittels nicht operativer Versorgung behandelt, doch die neuen Möglichkeiten der minimalinvasiven Chirurgie (MIC) eröffnen ebenfalls wirksame Ansätze zur Behandlung von IS-Gelenksprengungen. Wir haben überprüft, ob sich die zunächst höheren Kosten für eine MIC-Fusion des IS-Gelenks im Hinblick auf die geringeren Kosten einer nicht operativen Versorgung aus der Sichtweise der US-amerikanischen Steuerzahler lohnt.

Methoden: Anhand eines Wirtschaftsmodells wurden die Kosten der Behandlung von IS-Gelenksprengungen mit einer MIC-Fusion des IS-Gelenks und mit fortlaufender nicht operativer Versorgung miteinander verglichen. Die Kosten nicht operativer Versorgungen (Diagnosetests, Behandlung, Nachsorge und Schmerzmittel im Einzelhandel) wurden von den Daten einer retrospektiven Studie von Truven Health MarketScan® übernommen. Die Kosten einer MIC-Fusion wurden auf der Grundlage der Premier’s Perspective™ Vergleichsdatenbank und der branchenüblichen Honorare im Rahmen der Medicare Zahlungen 2012 für den Current Procedural Terminology Code 27280 festgelegt.

Ergebnisse: Die kumulative Differenz nach 3 Jahren (Basisfallanalyse) und 5 Jahren (Sensitivitätsanalyse) von gewerblichen Versicherungszahlungen (Kosten der nicht operativen Versorgung abzüglich der MIC-Kosten) lagen bei jeweils 14.545 USD und 6.137 USD pro Patient (US-Dollar 2012). Eine Kostenneutralität wurde nach 6 Jahren erzielt. Die MIC-Kosten liefen größtenteils in Jahr 1 auf, während die Kosten für die nicht operative Versorgung mit der Zeit anwuchsen, sodass sie nach 5 Jahren 92 % der zuvor gezahlten MIC-Behandlungskosten betrugen. Bei Patienten mit lumbaler Wirbelsäulenfusion wurde die Kostenneutralität in Jahr 1 erreicht.

Schlussfolgerung: Die Kostenausgleiche von neuen Interventionen für chronische Erkrankungen, wie die MIC-Fusion des IS-Gelenks, laufen mit der Zeit auf. Die höheren Ausgangskosten für die MIC werden größtenteils durch die geringeren Kosten einer nicht operativen Versorgung über 5 Jahre hinweg ausgeglichen. Wird die Verwendung wirksamer Ressourcen sowohl bei operativ als auch bei nicht operativ versorgten Patienten optimiert, erleichtert dies eine kosteneffektive Gesundheitsversorgung. Die Auswirkung einer IS-Gelenksprengung auf die direkten und indirekten Kosten für gewerbliche Versicherer, Gesundheitsdienstleistungsempfänger und Arbeitgeber legt weitere Überlegungen nahe.

Schlagwörter: epidurale Injektion, iFuse, Wirtschaftsmodell, Iliosakralgelenksfusion, Iliosakralgelenkschmerzen, Versicherung

OffenlegungDiese Forschungsarbeit wurde gemäß den Richtlinien (GPP2) durchgeführt, um einen Interessenskonflikt in pharmakoökonomischen Studien zu verringern.18,19 Ein multidisziplinäres Gremium aus Klinikärzten und Methodologen (die Koautoren) hat ein Grundgerüst für die wirtschaftliche Analyse geschaffen und die Datenanalyse sowie die Interpretation der Ergebnisse abgeschlossen. Diese Studie wurde von SI-BONE, Inc., gesponsert. SI-BONE, Inc., hat nicht an der Datenanalyse, der Interpretation der Ergebnisse oder am Erstellen des Manuskripts teilgenommen. Eine finale Version des Manuskripts wurde SI-BONE, Inc., nur zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt. Dies hat weder den Inhalt noch die Ausführung dieses Manuskripts beeinflusst. SJA und TK sind durch ihre Anstellung bei Covance Berater von SI-BONE, Inc. DWP Jr. hat keine finanzielle Unterstützung durch SI-BONE, inc., erhalten. DWP Jr. erhält Forschungsunterstützung vom Verteidigungsministerium, der Orthopaedic Research and Education Foundation, der Minnesota Medical Foundation und der Chest Wall and Spine Deformity Foundation. TH und JC sind bezahlte Berater von SI-BONE, Inc., auf den Gebieten Weiterbildung und klinische Forschung. Teile dieser Arbeit wurden als Kurzfassung für die 14. Annual Conference of the International Society for the Advancement of Spine Surgery bearbeitet und werden als Poster präsentiert. Die Autoren stehen laut dieser Arbeit in keinem anderen Interessenkonflikt.