Vergleich der Kosten von nicht operativer Versorgung und minimalinvasiver Operation bei Iliosakralgelenkstörungen und degenerativer Sakroiliitis in einer US-amerikanischen medizinisch versorgten Population: potenzielle wirtschaftliche Auswirkungen einer n

Ackerman SJ, et al. ClinicoEconomics and Outcomes Research. 2013;5:575-587.

Kurzfassung

Einführung: Die wirtschaftliche Belastung durch die Behandlung von Schmerzen im unteren Rückenbereich in den Vereinigten Staaten ist enorm. Schmerzen im unteren Rückenbereich, die auf eine IS-Gelenksprengung/degenerative Sakroiliitis zurückzuführen sind, werden in den meisten Fällen nicht operativ und/oder in einem offenen Eingriff am IS-Gelenk behandelt. Neue und effiziente minimalinvasive Behandlungsmöglichkeiten stellen für die öffentliche US-Krankenversicherung Medicare möglicherweise Kosteneinsparungen dar.

Methoden: Es wurde ein Wirtschaftsmodell entwickelt, um die Kosten einer minimalinvasiven Behandlung mit den Kosten einer nicht operativen Behandlung einer IS-Gelenksprengung in einer stationären Umgebung bei Leistungsempfängern von Medicare zu vergleichen. Die lebenslangen Kosteneinsparungen (2012 US-Dollar) wurden anhand von Veröffentlichungen und Versicherungsdaten geschätzt. Die Kosten umfassten Behandlung, Nachsorgeuntersuchungen, diagnostische Tests und apothekenpflichtige Schmerzmittel. Die Kosten für die nicht operative Behandlung einer IS-Gelenksprengung wurden anhand der Medicare 5% Standard Analytic Files von 2005–2010 unter Verwendung der Diagnoseschlüssel 720.2, 724.6, 739.4, 846.9 und 847.3 der International Classification of Diseases, Ninth Revision, Clinical Modification (Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 9. Revision, Klinische Modifizierung; ICD-9-CM) geschätzt. Die Kostenberechnung für den Krankenhausaufenthalt bei einem minimalinvasiven Fusionseingriff basierte auf den Zahlungen in diagnosebezogenen Fallgruppen (Diagnosis Related Group, DRG): 46.700 $ (Fallgruppe mit schwerwiegenden Komplikationen – DRG 459) und 27.800 $ (Fallgruppe ohne schwerwiegende Komplikationen – DRG 460), gewichtet unter der Annahme, dass bei 3,8 % der Patienten Komplikationen auftreten. Die Arzthonorare für minimalinvasive Fusionseingriffe wurden anhand der Zahlungen von Medicare im Jahr 2012 gemäß dem CPT-Verfahrenscode (Current Procedural Terminology Code) 27280 bestimmt, wobei die Erfolgsrate bei 82 % und die Revisionsrate bei 1,8 % lag. Es wurde eine Diskontierung der Ergebnisse in Höhe von 3,0 % pro Jahr vorgenommen.

Ergebnisse: Die Berechnungen ergaben lebenslange Kosten für Medicare bei Patienten mit einem minimalinvasiven Fusionseingriff in Höhe von 48.185 $/Patient im Vergleich zu 51.543 $/Patient bei einer nicht operativen Behandlung. Dadurch ergibt sich eine Kosteneinsparung für Medicare in Höhe von 660 Millionen $ (Kosteneinsparung in Höhe von 3.358 $/Patient bei 196.452 Leistungsempfängern). Unter Einbeziehung der Patienten mit dem ICD-9-CM-Code 721.3 (lumbosakrale Spondylose) belaufen sich die geschätzten Kosteneinsparungen über die gesamte Lebensdauer der Patienten auf bis zu 8.692 $/Patient bei 478.764 Leistungsempfängern.

Schlussfolgerung: Bei einer stationären Behandlung mittels minimalinvasivem Fusionseingriff könnte Medicare 660 Millionen $ über die gesamte Lebensdauer der Leistungsempfänger einsparen.

Schlagwörter: IS-Gelenksprengung, degenerative Sakroiliitis, minimalinvasiver Eingriff, epidurale Injektion, iFuse, Kosten

Offenlegung: Die Studie wurde von SI-BONE, Inc. (San Jose, CA, USA) gesponsert. SI-BONE hat nicht an der Datenanalyse, der Interpretation der Ergebnisse oder am Erstellen des Manuskripts teilgenommen. Eine finale Version des Manuskripts wurde SI-BONE nur zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt. Dies hat weder den Inhalt noch die Ausführung dieses Manuskripts beeinflusst. SJA, KS und TK sind durch ihre Anstellung bei Covance Berater von SI-BONE. DWP erhielt keinerlei finanzielle Unterstützung von SI-BONE. DWP erhält Forschungsunterstützung vom Verteidigungsministerium, der Orthopaedic Research and Education Foundation, der Minnesota Medical Foundation und der Chest Wall and Spine Deformity Foundation. TH und JC sind in einem bezahlten Anstellungsverhältnis als Berater für SI-BONE im Bereich Lehre und klinische Forschung tätig. Teile dieser Arbeit wurden als Abstract beim 8. Interdisziplinären Weltkongress für Rücken- und Beckenschmerzen (Interdisciplinary World Congress on Low Back and Pelvic Pain) vorgestellt und 2013 von der Gesellschaft für Minimalinvasive Wirbelsäulenchirurgie anerkannt. Die Autoren stehen laut dieser Arbeit in keinem anderen Interessenkonflikt.