Vergleich der Wirksamkeit von offener und minimalinvasiver Fusion des Iliosakralgelenks

Ledonio CG, et al. Medical Devices: Evidence and Research. 2014;5:187-193.

Kurzfassung

Hintergrund: Die Behandlung einer IS-Gelenksprengung/degenerativen Sakroiliitis erfolgt häufig nicht operativ. Eine nicht operative Versorgung umfasst normalerweise zahlreiche Physiotherapien, chiropraktische Behandlungen, therapeutische Injektionen und gegebenenfalls im Ermessen des behandelnden Arztes den Einsatz einer Radiofrequenzablation. Wenn diese Behandlungsmethoden keinen Erfolg zeigen, wird für gewöhnlich eine Fusion des IS-Gelenks als Standardtherapie empfohlen. Diese Fusion wird in der Regel im Rahmen eines offenen Eingriffs oder eines minimalinvasiven Eingriffs vorgenommen. In dieser Studie sollen die perioperativen Messwerte und Ergebnisse gemäß dem Oswestry Disability Index (ODI) für beide Eingriffstechniken verglichen werden.

Methoden: Es wurde eine retrospektive komparative Auswertung der Krankenblätter von Patienten durchgeführt, die sich einer Fusion des IS-Gelenks mit einem 1-jährigen Nachbeobachtungszeitraum unterzogen haben. Die perioperativen Messwerte und ODI-Werte wurden mithilfe des exakten Fisher-Tests und zwei nicht parametrischen Tests (z. B. Mann-Whitney-U-Test und Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test) verglichen. Die Ergebnisse werden entweder als Prozentsatz oder als Mittelwert mit Spannweite angegeben.

Ergebnisse: In den Jahren 2006 bis 2012 haben sich 49 Patienten in zwei Gesundheitseinrichtungen einer Fusion des IS-Gelenks unterzogen. Zehn dieser Patienten wurden aus der Evaluierung ausgeschlossen, da die Daten unvollständig waren. Von den übrigen 39 evaluierbaren Patienten unterzogen sich 22 einem offenen Fusionseingriff und 17 einem minimalinvasiven Fusionseingriff. Die Gruppe der Patienten mit minimalinvasivem Eingriff war wesentlich älter (Durchschnittsalter 66 [39–82] Jahre) als die Gruppe der Patienten mit offenem Eingriff (Durchschnittsalter 51 [34–74] Jahre). Die Dauer des Eingriffs und die Dauer des Krankenhausaufenthalts waren in der Gruppe mit minimalinvasivem Eingriff erheblich kürzer als in der Gruppe mit offenem Eingriff. Der präoperative ODI-Wert war in der Gruppe mit offenem Eingriff wesentlich höher (Durchschnitt 64 [44–78]) als in der Gruppe mit minimalinvasivem Eingriff (Durchschnitt 53 [14–84]). Die postoperative Verbesserung des ODI-Wertes war innerhalb der Gruppen sowie zwischen den Gruppen statistisch signifikant, wobei die Gruppe mit minimalinvasivem Eingriff eine deutlichere Verbesserung aufwies.

Schlussfolgerung: Sowohl bei der offenen als auch bei der minimalinvasiven ISG-Fusionstechnik konnte eine statistisch und klinisch signifikante Verbesserung bei der Behandlung einer degenerativen Sakroiliitis erzielt werden, wenn nicht operative Behandlungsmethoden keinen Erfolg zeigten. Die Anzahl der Patienten, die den minimalen klinisch relevanten Unterschied (MCID) erreichten und allgemein eine deutlichere Verbesserung aufwiesen, war in der Gruppe mit minimalinvasivem Eingriff größer.

Schlagwörter: Iliosakralgelenk, Arthrodese, IS-Gelenksprengung, degenerative Sakroiliitis

Autoren: Charles Ledonio, David Polly, Mark F. Swiontkowski und John Cummings

Offenlegung: John Cummings ist ein bezahlter Berater für SI-BONE, Inc., und führt klinische Forschung für SI-BONE, Inc., durch. Mark F. Swiontkowski steht laut dieser Arbeit in keinem Interessenskonflikt. Charles Ledonio und David Polly sind Prüfärzte bei einer von SI-BONE gesponserten klinischen Forschungsstudie. Sie verfügen über keine finanzielle Beteiligung an SI-BONE.