Work intensity in sacroiliac joint fusion and lumbar microdiscectomy

Frank C, et al. Clinicoecon Outcomes Res. 2016;8:367-76.

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Evidenz zugunsten der minimalinvasiven Iliosakralgelenksfusion (ISGF) wächst. Die Relative Value Units (RVU) in Zusammenhang mit dem Arbeitsaufwand bei einer minimalinvasiven ISGF scheinen gering. Aktuell beschreibt nur eine veröffentlichte Studie den relativen Arbeitsaufwand in Zusammenhang mit einer minimalinvasiven ISGF. Es liegen keine Studien vor, die den Arbeitsaufwand mit anderen gebräuchlichen wirbelsäulenchirurgischen Verfahren vergleichen.

Methodik: Es wurden die Krankenakten von 192 Patienten an fünf Standorten untersucht, die entweder eine minimalinvasive ISGF (American Medical Association [AMA] CPT® Code 27279) oder lumbale Mikrodiskektomie (AMA CPT® Code 63030) durchliefen. Abstrahiert wurde der präoperative Zeitraum in Zusammenhang mit Diagnose und Patientenbetreuung, intraoperative Parameter, einschließlich Beginn/Ende des Aufenthalts im OP und Beginn/Ende des Verfahrens, sowie die Anforderungen an die postoperative Betreuung. Zudem schätzten Chirurgen anhand einer visuellen Analogskala die Intensität der intraoperativen Betreuung, einschließlich mentaler, zeitlicher und körperlicher Anforderungen sowie Anstrengung und Frustration. Die Arbeit wurde als Operationszeit, multipliziert mit der Intensität der Aufgabe, definiert. 

Ergebnisse: Patienten, die eine minimalinvasive ISGF durchliefen, waren mit höherer Wahrscheinlichkeit weiblich. Die mittlere Verfahrenszeit lag bei der ISGF um ungefähr 27,8 Minuten (P < 0,0001) niedriger, die mittlere gesamte Aufenthaltsdauer im OP 27,9 Minuten (P < 0,0001); es bestand allerdings eine erhebliche Überlappung zwischen den Verfahren. Die mittleren prä- und postoperativen Gesamtarbeitszeiten lagen bei minimalinvasiver ISGF höher (präoperativer Zeitaufwand um 63,5 Minuten höher, [P < 0,0001] und postoperativer Zeitaufwand um 20,2 Minuten höher [P < 0,0001]). Die Anzahl postoperativer Termine lag bei minimalinvasiver ISGF höher. Die mittlere Gesamtzeitdauer (präoperativ + OP-Zeit + postoperativ) lag bei der minimalinvasiven ISGF-Gruppe höher (261,5 gegenüber 211,9 Minuten, P < 0,0001). Die intraoperative Intensität lag in den mentalen, körperlichen und anstrengungs- und frustrationsbezogenen Aspekten höher (je P < 0,0001). Wird die Intensität berücksichtigt, überlappte sich der intraoperative Arbeitsaufwand signifikant.

Schlussfolgerung: Im Vergleich zu einem gebräuchlichen wirbelsäulenchirurgischen Verfahren, der lumbalen Mikrodiskektomie, die aktuell eine höhere Arbeits-RVU aufweist, liegt der präoperative, intraoperative und postoperative Arbeitsaufwand einer minimalinvasiven ISGF höher. Die Arbeits-RVU einer minimalinvasiven ISGF sollte nach oben justiert werden, da der relative Arbeitsaufwand vergleichbar ist.

Schlüsselworte: Iliosakralgelenksfusion, Arbeitsintensität, Wirbelsäulenchirurgie, Erstattung

Informationen zu den Autoren: Clay Frank,1 Dimitriy Kondrashov,2 S Craig Meyer,3 Gary Dix,4 Morgan Lorio,5 Don Kovalsky,6 Daniel Cher7

  1. Integrated Spine Care, Wawautosa, WI,
  2. St Mary’s Spine Center, San Francisco, CA, 
  3. Columbia Orthopedic Group, Columbia, MO, 
  4. Maryland Brain Spine and Pain, Annapolis, MD, 
  5. Neurospine Solutions, Bristol, TN, 
  6. Orthopaedic Center of Southern Illinois, Mt Vernon, IL, 
  7. SI-BONE, Inc., San Jose, CA, USA